Monatsendprogramm
Saldome Riburg/Möhlin
27. Februar 2006
kleine Geschichte

1836 wurden in Schweizerhalle Steinsalzlager entdeckt, die sich bis Riburg erstreckten. 12 Jahre später, 1848, gründete Johann Urban Kym die Saline Riburg. Bis zum Zusammenschluss mit der Saline Rheinfelden im Jahre 1874 wurde sie als eigenständige Unternehmung geführt. 1909 erfolgte die Fusion mit der Saline Schweizerhalle zu den heutigen Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen AG. Die Saline Riburg fördert jährlich rund 200'000 Tonnen Salz und sichert damit zur Hälfte die Versorgung unseres Landes mit dem lebenswichtigen Rohstoff Salz. (Zitat der Empfangstafel)

Interessant waren die Aussagen zum Thema Salz. Kochsalz, chemisch Natriumchlorid (NaCl) schmeckt immer gleich 'salzig'. Dabei hat die Art der Gewinnung nur einen Einfluss auf das Aussehen der Kristallgrösse, nicht jedoch auf die Qualität, die Wirkstoffe, den Geschmack oder sonstige Eigenheiten. Salz bleibt Salz!

  • Steinsalz aus Urmeeren, wird trocken und direkt im Bergbau gewonnen
  • Siedesalz, wird mit Wasser ausgelaugt, als Sole gefördert und durch Sieden kristallisiert
  • Meersalz, wird durch Verdunstung aus dem Meerwasser gewonnen

  • Es muss also nicht das teure Meersalz sein, sondern das Rheinfelder Salz, übrigens aus 200 Millionen alten auskristalisierten Meeren gewonnen, ist genau so gut oder schlecht für die Gesundheit oder die moderne Küche. Der Mensch braucht täglich rund 4-6 Gramm dieses lebensnotwendigen Rohstoffes.

    Die Männerriege Zeglingen hatte die Gelegenheit, das Prunkstück der Schweizerischen Rheinsalinen AG, den Saldome zu besuchen. Unter kundiger Anleitung von Frau Käthi Weber wurden wir in die verschiedenen Gewinnungsarten, den Produktions- und Verarbeitungsprozess und schlussendlich auch in den Lagerort eingeführt.

    Im Saldome, dem grössten Kuppelbau aus Holz in Mitteleuropa, befinden sich bis zu 80'000 Tonnen Auftausalz lose. Die Kuppel misst 93 Meter im Durchmesser, 31 Meter Höhe und besitzt eine Dachhautfläche von 10'100m2. Das verwendete Holz (60% Weisstannen und 40% Fichten) stammt aus Rheinfelder Forst und zur Fertigstellung wurden rund 1'500 Kubimeter (500 Tonnen), ca. 400 80-100-Jahre alte Bäume, verarbeitet.

    Zum Abschluss dieses Monatsendanlasses führte uns Jürg Gutzwiller nach Möhlin ins Restaurant Sonnenberg. Gute Küche, ausgezeichneter Service und viel gute Laune beendeten diesen interessanten Exkurs zum fünftwichtigsten Rohstoff der Welt.


    Frau Weber erklärt uns die wichtigsten Grundlagen zum Thema Salz ...
       
    die vollautomatischen Anlagen werden in den Hochlastzeiten während 24 Stunden und 7 Tagen die Woche betrieben ....
     
    im Verdampfer wird der enthärteten Sole im Siedeprozess das Wasser weitgehend entzogen und das Salz auskristallisiert. Der entstehende nasse Salzbrei wird danach in Zentrifugen entwässert und das Salz, noch mit einer Restfeuchtigkeit von 2%, weiterverarbeitet ....
       
    der Gang durch's nächtliche Betriebsgelände führte uns zu einem Modell der Unterkesselpfanne. Damit wurden 1930 täglich rund 10 Tonnen Salz von Hand verarbeitet, zum Vergleich: heute werden stündlich rund 55 Tonnen produziert.
     
    8 von 11 Pfannen wurden damals betrieben. 1 Heizer und 3 Sieder bedienten je 2 Pfannen gleichzeitig ...
       
    Das Bohrhaus Nr. 7 steht über der 7. Produktionsbohrung der Saline Riburg und wurde nach der Stillegung zu einem Schauraum ausgestaltet. Er zeigt neben mehreren Bohrkernen und diversen historischen Bohrwerkzeugen die noch funktionstüchtige Förderpumpe im Bohrloch sowie einen vollständigen Raky-Schnellschlagbohrapparat, das vermutlich einzige noch existierende Exemplar neben jenem im Deutschen Museum in München.

    Dem lieblichen Klang der Glocke, dem früheren Zeitkontrollsystem, hatten es die Teilnehmer zu verdanken, dass auch die erste Runde offeriert wurde. Besten Dank!
    in 4 1/2 Jahren von der Idee bis zur Vollendung, Investitionskosten von CHF 12 Mio, der Saldome in Riburg/Möhlin ...
       
    ein letzter Blick und nach viel Wissen die nötige Erholung für Körper und Geist ...