Männerriege
Zeglingen

Turnfahrt 1. + 2. September 2007    

"Hinterrhein: Viamalaschlucht - Rofflaschlucht - Val digl Uors - Lago di Lei - Baita del Capriolo - Furgga - Cröt - Cresta"

Die Männerriege Zeglingen war wieder einmal gross unterwegs. Die beiden Mitglieder Andi Imhof und Andi Meier führten 21 Männer als Reiseleiter in die Region Hinterrhein. Genauer gesagt ging es per Auto, Zug und Postauto von Zeglingen über Sissach nach Zürich, weiter nach Chur, Thusis, Zillis zur Viamalaschlucht, dem ersten Etappenort der Reise. Die Reisezeit verkürzten wir uns durch spannende Diskussionen, mehreren Partien Jass und einem angenehmen Apéro.

Die Viamalaschlucht, die 1903 vom Verkehrsverein Thusis eröffnet wurde, bietet den Besuchern einen ausgezeichneten Einblick in die Kraft des Wassers. Die rund sechs Kilometer lange Schlucht aus weichem Schiffergestein wurde während vielen tausend Jahren von talwärts verschobenen harten Granitbrocken geformt. Durch einen Strudeltopf, einer ausgehölten Felsvertiefung, gelangten wir auf die unterste Besichtigungsplattform. Tief in der Schlucht floss der Rhein ruhig und in einem glänzenden türkisblau an uns vorbei.

Kurz bevor die erste Wanderetappe durch die imposante Schlucht startete, genossen wir die erste Pause des Tages und erlebten einen gravierenden Materialschaden. Die Sohle eines Wanderschuhes liess sprichwörtlich "locker" und löste sich beinahe vollständig vom Schuh. Glücklich, noch ein paar feste Turnschuhe im Gepäck zu haben und so dennoch die Reise weiterführen zu können!

Entlang des Rhein Flussbettes ging es nun hinauf Richtung Rania. Leider war das Restaurant des Campingplatzes geschlossen und so mussten wir "trocken" auf die Ankunft des Buses warten, der uns zur Rofflaschlucht führte. Das frisch renovierte Gasthaus ist Ausgangspunkt für eine spektakuläre Besichtigung. Einst als Rastplatz der Säumer und Reisenden auf der Nord-Süd Route, später als die Gotthardstrecke eröffnet wurde und die Reisenden diese schnellere Route in den Süden wählten, beinahe dem Untergang geweiht, konnte nur die siebenjährige Arbeit von Christian Pitschen-Melchior den Untergang verhindern. Ausgerüstet mit einem Handbohrer meiselte der ehemalige Besitzer in den Wintermonaten 1907 bis 1914 einen schmalen Pfad in den Felsen. Heute, knapp 100 Jahre später, haben die Besucher die Möglichkeit nicht nur die enge Schlucht zu begehen, nein es ist sogar möglich, "unter" dem Rhein durchzugehen...

Mit diesen Eindrücken und einem Bärenhunger verpflegten wir uns im Gartenrestaurant und bereiteten uns auf die nächste Etappe vor. Rösti mit Käse, ein kühles Bier, einen Kaffee und für einige sogar ein Glace stärkten uns für den kommenden Aufstieg zur Staumauer des Lago di Lei. Die wunderschöne Wanderung durch das Val digl Uors - das Bärental - liess uns entgegen dem Namen nicht mit Bären zusammentreffen.

Nach rund zwei Stunden Wanderung erreichten wir unser Nachtlager, die Baita del Capriolo. Valentino und seine Frau erwarteten uns bereits mit einer kühlen Erfrischung. Viel Zeit blieb leider nicht, denn wir wurden bereits auf der Staumauer erwartet. Herr Ivo Platz, Angestellter der Kraftwerke Hinterrhein AG, begleitete uns während beinahe zwei Stunden durch die Staumauer. Der Aufenthalt und die interessante Führung in der Staumauer waren sehr eindrücklich. Erst ein Staatsvertrag zwischen Italien und der Schweiz im Jahre 1949 ermöglichte den Bau der 140 Meter hohen Rundbogenstaumauer. Erstaunt waren wir nicht nur über die Grösse des Stausees, sondern auch über die Tatsache, dass zum Bau dieses Betonbauwerkes kein einziges Stück Eisen verwendet wurde.

Als wir die Staumauer durchquert, die Maschinenhallen besichtigt und uns von unserem Führer verabschiedet hatten, kehrten wir zu unserer Unterkunft zurück. Es folgte, wie es in Italien üblich ist, der Apéro, Fleischplatte mit Prosecco und dies gekonnt serviert von Valentino dem Gastgeber. Das Nachtessen, eine Auswahl von italienischen Spezialitäten eröffnete das Abendprogramm. Mit viel Lachen, gutem Essen, genügend Wein und schliesslich dem Gesang endete der Abend früh in den Morgenstunden.

Der Sonntagmorgen erwachte mit stahlblauem Himmel, etwas kühlen Temperaturen, einem stärkenden Frühstück und einem Gruppenfoto mit Valentino sowie einem seiner ausgezeichneten Schinken. Bevor wir jedoch die Tageswanderung starten konnten, wurden wir nochmals zu einem Glas Prosecco eingeladen. Genügend gestärkt führte uns die Wanderung über die Staumauer quer durch die ehemaligen Steinbrüche dieser Grossbaustelle hinauf zum Punkt Furgga. Der Gipfelwein erwartete uns bei strahlendem Sonnenschein.

Zwischen tiefen Schluchten und auf engen Strassen führte uns der landschaftlich sehr beeindruckende Weg weiter nach Cröt und schliesslich zu unserem Ziel in Cresta. Unterwegs rasteten wir mitten in der wunderschönen und ruhigen Landschaft und genossen die Aussicht auf das imposante Bergpanorama. Unser letzter Halt in Cresta bot uns nochmals die Gelegenheit die Spezialitäten der Bündner Küche zu probieren. Frische Pilze, Wildfleisch und knackige Salate zählten zu den Spitzenreitern ....

Diesen wunderbaren Ausflug ins ferne Bündnerland beendeten wir alle mit der gemütlichen Busrückfahrt nach Chur, einer kurzen Gelegenheit am Bahnhof noch ein Bier zu trinken und schliesslich der entspannenden Zugfahrt nach Hause.

Die Reisenden danken den beiden Organisatoren für diese hervorragende Reise, die ausgezeichnete Planung und schlussendlich auch für die kleinen und grösseren Überraschungen. (Fotoalbum 1280*960)
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
Die beiden Organisatoren Andi Imhof und Andi Meier haben uns einen wunderschönen Flecken gezeigt und wir freuen uns bereits auf das nächste Jahr, wenn es am 6. und 7. September 2008 wieder heisst: Turnfahrt 2008!!!

Wie es scheint haben wir mit Markus Kempf und Roland Sutter auch gleich zwei Nachfolger für die Planung gefunden. Besten Dank bereits jetzt ...
Bilder von Jürg Gutzwiller

(Fotoalbum 1280*960)
6.9.2007 weitere Turnfahrten    2017 - Wallis - Salgesch    2016 - Elsass - Munster - Petit Ballon - Colmar    2015 "La Bambele" - Oeschinensee    2014 - Brauerei Hopfentropfen und Munot    2013 - Napf - Dach des Emmental    2012 - Fideriser Heuberge    2011 - Saignelégier    2010 - Grosser Mythen    2009 - Bleniotal    2008 - Urnerland    2007 - Hinterrhein    2006 - Pizol    2005 - Sörenberg    2004 - Tessin - Monte Tamaro und Monte Lema    2003 - Piemont - kulinarische Reise    2002 - Feldberg 2001 - Stanserhorn - Wirzweli - Stockhütte Bericht schliessen ...