Männerriege
Zeglingen

Turnfahrt 4. und 5. September 2010    

Reise Zeglingen - Sattel/Hochstuckli - Mostelberg - Holzegg - Grosser Mythen - Alp Rotenfluh - Ibergeregg - Brunnen - Luzern - Zeglingen

Die diesjährige Turnfahrt wurde von Hans Bitterli und Urs Schaub organisiert und geleitet und führte uns ins Zentrum der Schweiz in die Mythenregion.

Gestärkt mit einem frischen Brötchen und einem Schoggistengel starteten wir den Aufstieg von Sattel nach Mostelberg mit der ersten rotierenden Gondelbahn der Schweiz, der Rotondo. Nach der Drehfahrt folgte der erste Apérohalt auf dem Mostelberg kurz bevor die erste Wanderung über die neu eröffnete Raiffeisen Skywalk - Hängebrücke zurückgelegt wurde. Klar, dass genau dieses Erlebnis für die Einen ganz spezielle Gefühle freilegte.

Nicht erstaunlich daher, dass Personen, welche die Gruppe fröhlicher Männerriegler kreuzte, eigenartig reagierte. Aussprüche wie "hörred doch uff, ihr Idioten!" oder aber "die händ doch sicher scho Alkohol gha ...!" begleiteten die Männer beim Überqueren der Hängebrücke ...

Nun gut, nach diesen ersten Eindrücken folgte ein weiterer rasanter Teil. Und auch hier zeigten die Männer, dass sie alle auf der Höhe waren, sprich, sehr schnell unterwegs sein können. Einer sogar so schnell, dass der Schlitten neben der Bahn zu liegen kam ...

Endlich begann die kurzweilige Wanderung, nicht ohne, dass eine ganz kleine Gruppe noch einen zusätzlichen Zwischenhalt einlegen musste, um die Umgebung vollständig auskundschaften zu können. Schlussendlich trafen alle auf der Engelstockweid ein. Das Wetter unterstützte die Bemühungen, das Leben in vollen Zügen geniessen zu können. Der wunderbare Alpkäse, das frische Brot, ein Glas Wein oder gar zwei, alles bereit zu geniessen an einem Tisch voller guter Laune und fröhlicher Männer aus Zeglingen ...

Der kurze Halt dauerte etwas länger als geplant und beinahe zur Mittagszeit ging es weiter hinauf in Richtung Haggenegg, wo uns "unplanmässig" der Kaffeepausenhalt bevorstehen sollte, nachdem wir an einem lauschigen Platz, am Rande eines kleinen Bergbächleins, die Mittagsrast durchgeführten hatten.

Der nächste Teil unseres Weges führte uns durch ein kleines Waldstück entlang der beiden Mythen-Berge hinauf zur Holzegg. Und kurz bevor wir die Holzegg erreichten, erreichten wir die kleine Alp Zwüschet-Mythen. Und hier erwarteten uns die Älpler mit herzhaften Getränken zur Stärkung für das letzte Wegstück. Einige wollten zwar noch den Grossen Mythen besteigen, um die mittlerweile kaum mehr vorhandene Weitsicht geniessen zu können. Andere mussten sich eingestehen, dass diese letzte Pause vor der Unterkunft, nicht nur die Sinne, sondern auch die Leistungsbereitschaft, teils massiv trübte.

Mit dieser Einsicht und der Tatsache, dass auch noch drei junge Musikanten grossartig aufspielten, blieb es schliesslich dabei, den Halt in den frühen Abend zu verlängern, herzhaft und lautstark zu singen und rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit die Holzegg zu erreichen.

Man(n) könnte denken, die Wanderung sei flach und eben, eigentlich wie es sich für eine Panoramawanderung gehört, doch weit gefehlt, wie das Streckenprofil im Detail aufzeigt ...



Das Massenlager war schnell bezogen, galt es doch nur, den Rucksack zu deponieren und sich gleich hinüber in die grosse Bergwirtschaft Holzegg zu begeben. Dort erwartete uns eine etwas seltsame Atmosphäre. Die Wirtsleute waren im Gegensatz zu uns nicht sehr guter Laune, der langjährige Serviceangestellte wollte oder konnte unsere Spässe nicht verstehen und die Tatsache, dass die Männerriege mit beinahe 20 Männern im Geschlechterkampf deutlich in der Unterzahl lag, liess viele in Gedanken schwelgen.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Im Gegensatz zur Laune der Wirtsleute, war das Essen ausgezeichnet. Die hohen Erwartungen an die traumhafte Frauenquote von beinahe 3 zu 1 Männern, wurde dafür umso mehr enttäuscht. Viel später sollte sich herausstellen, dass keine aber auch wirklich keine dieser unzähligen weiblichen Gäste nur ein einziges Lied singen konnte, dass alle Bemühungen, selbst mit den alten Möglichkeiten der Flugpost, zu einem Näherkommen führen sollte und die schlechte Laune des Wirtes, die Bestreben zu einem "glatten Obe", aufs Beste zu verhindern wusste.

Es kam die Nacht und mit dieser auch die Vorfreude, sich früh am Morgen, noch vor 06:00 Uhr auf den Weg zu machen, um den Sonnenaufgang auf dem Grossen Mythen bewundern zu können. Und in der Tat, dem steilen Aufstieg folgte ein mythischer Sonnenaufgang, der sich seinen Weg durch die Wolken des Horizontes suchen und vermutlich auch hart erkämpfen musste.

Die zahlreichen morgendlichen Bergbesteiger genossen dieses Naturschauspiel in grossen Zügen und als schliesslich der Hüttenwart Eggi die Wirtschaft öffnete und uns der Duft der frisch zubereiteten Nuss- und Mandelgipfel entgegenwehnte, war es klar, dieses Naturschauspiel ist so manch Mühe wert ...

Der Sonntag begann schliesslich für die ganze Gruppe mit dem grosszügigen Frühstück in der Bergwirtschaft Holzegg und schliesslich begann die Wanderung über die Alp Rotenfluh hinunter zum Ibergeregg, wo uns das Postauto hinunter ins Tal bringen sollte. Unterwegs hatten wir die Gelegenheit, noch kurz in der Sunnehütte einen Apérohalt einzulegen. Im Tal erwartete uns das Ehepaar Betschart auf Ihrem Biohof Husmatt. Eva (eine ehemalige Waser aus Zeglingen und ihr Ehemann Meini verwöhnten uns mit herzhaften Biospiesen direkt von ihrem Hof und viel Wissenswertem über die aktuellen Bemühungen einen deratigen Hof zu betreiben. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft.

Gestärkt spazierten wir hinunter nach Schwyz, der Kantonshauptstadt des gleichnamigen Schweizer Kantons, um uns im Bundesbriefmuseum über die Geschichte der Bundesbriefe zwischen 1291 und 1513 schlau machen zu können. Mit der Unterstützung eines der anwesenden Museumskenners gerieten wir tief in die Geschichte der Bundesbriefe und erhielten sogar die Möglichkeit den Original - Bundesbrief von Basel aus dem Jahre 1501, den schönsten und auch grössten Bundesbrief der Sammlung zu bestaunen.

Der Rest der Geschichte zu dieser Turnfahrt ist rasch erzählt, es folgte eine kurze Busfahrt nach Brunnen. Die anschliessende Schifffahrt auf der MS Winkelried, bot uns im frisch renovierten Salon, einen sehr freundlichen Service während des ausgezeichneten Nachtessen, die letzten Blicke auf den Grossen Mythen, ein grosses Stück Zuger-Kirschtorte (der Kirsch war wirklich im Kuchen und nicht bereits verflogen) und sonst noch einiges an Gesprächsstoff für die Rückreise.


wie immer, Bilder können nicht sprechen und doch sprechen sie zuweilen für sich ... (Fotoalbum: 1280*960)

     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
Hans Bitterli und Urs Schaub, wir danken Euch für dieses erlebnisreiche Wochenende und den eindrucksvollen Blick vom Grossen Mythen und der Erkenntnis, dass der Basler Bundesbrief wohl zu den schönsten gehört ...
Bilder von Jürg Gutzwiller

(Fotoalbum 1280*960)
18.9.2010 weitere Turnfahrten    2017 - Wallis - Salgesch    2016 - Elsass - Munster - Petit Ballon - Colmar    2015 "La Bambele" - Oeschinensee    2014 - Brauerei Hopfentropfen und Munot    2013 - Napf - Dach des Emmental    2012 - Fideriser Heuberge    2011 - Saignelégier    2010 - Grosser Mythen    2009 - Bleniotal    2008 - Urnerland    2007 - Hinterrhein    2006 - Pizol    2005 - Sörenberg    2004 - Tessin - Monte Tamaro und Monte Lema    2003 - Piemont - kulinarische Reise    2002 - Feldberg 2001 - Stanserhorn - Wirzweli - Stockhütte Bericht schliessen ...