Turnfahrt Gastlosen - Bärghus Musersbergli - Soldatenhaus - Wolfs Ort - Grubenberghütte Mittelbergpass - Rellerli - Gruyères - Museum HR Giger - Broc

  • Organisator: Dieter und Remo
  • Datum: 1. + 2. September 2018
 

Unsere beiden Reiseführer organisierten eine Reise in den wilden Waadtländer Westen der Schweiz. Bereits die Erkundung forderte die beiden Organisatoren alles ab. Doch dies sollte nur als gute Hauptprobe für die eigentliche Turnfahrt dienen, denn die Beiden mussten alle Register ziehen und taten dies in bester Manier...


DIE GASTLOSEN?
LEIDER NIE GESEHEN!

Die Reise startete in den frühen Morgenstunden und in Olten stiess auch der Leiter der Männerriege zur Reisegruppe. Doch irgendwie sollte es heute mit der Pünktlichkeit der SBB nicht so richtig klappen. Bereits in Olten einige Minuten Verzögerung in Bern nicht aufgeholt und in Friburg war unser Anschlusszug schliesslich bereits entschwunden. Die beiden Reiseleiter, den Apéro noch in den Armen waren gefordert, Handy zücken und Alternativen heraussuchen, abwägen, absprechen, informieren und nochmals von vorne ... Die grosszügig geplanten Pausenhalte zur Verpflegung verkürzten sich planerisch so immer mehr zu kleinen militärischen Stundenhalten ... Es sollte sogar noch anspruchsvoller werden, denn aufgrund des eher schlechten Wetters zu Beginn unserer Reise, entschieden sich die lokalen Sesselbahnen, den Betrieb erst gar nicht aufzunehmen....

TAXI SERVICE
NIKLAUS, JAUN

Und so standen die Männer auf dem Parkplatz von Kappelboden und bereiteten sich auf einen etwas ungewöhnlichen Aufstieg zum Bärghus Musersbergli vor. Unsere beiden Reiseverantwortlichen konnten sich zum Glück auf den Taxiservice Niklaus von Jaun verlassen. Dieser brachte die ganze Männerriege innert kürzester Zeit sicher zum ersten Zwischenhalt. Für viele eine unvergessliche Fahrt, die wohl auch in Zukunft noch viel zu diskutieren geben wird ...
Endlich der erste längst erwartete Halt im Bärghus Musersbergli. Das kühle Bier erwartete uns seit langem und es schmeckte ausgezeichnet! Nach der kurzen Stärkung ging es nun los auf die Wanderung "rund um die Gastlosen". Der leichte Nieselregen störte nicht wirklich, doch blieb uns, auf der sonst malerischen Wanderung, die Sicht auf die Gastlosen gänzlich verwehrt. Eigentlich schade, denn das Panorama wäre atemberaubend. Nach rund 1 1/2 Stunden erreichten wir im dichten Nebel das Soldatenhaus zu Füssen der Gastlosen zum Mittagshalt. Vom Gastgeber wurden wir musikalisch mit Alphorn-Klängen empfangen und durch die Küche mit einem ausgezeichneten Menu verwöhnt.

Jetzt folgte die wohl anspruchsvollste Etappe der Wanderung. Der Aufstieg im leichten Nieselregen eingepackt in dichten Nebelschwaden, die uns engumschlungen den Weg hinauf zum Wolfs Ort begleiteten. Das sonst so schöne Gipfelfoto fiel aus, niemand hatte wirklich Lust auf diesem wunderbaren Aussichtspunkt zwischen den Bern und Freiburg inne zu halten. Das schlechte Wetter hatte aber auch einen kleinen Vorteil für all jene, die unter Höhen- und sonstigen Ängsten leiden, denn dadurch wurden die steilen Abhänge links und rechts des engen Säumerpfades erst gar nicht sichtbar. Und was man (Mann) nicht sehen kann, macht bekanntlicherweise auch nicht Angst ... Der Abstieg auf der Berner Bergseite gestaltete sich jedoch umso rutschiger. Doch auch dies war schon bald vergessen, als wir in der Grubenberghütte SAC, in der warmen Stube, zum Zvieriblättli, unsere müden Beine unter die Tische platzierten ... Am Horizont konnten überraschender Weise die ersten Sonnenstrahlen durch den sonst dichten Nebelschleier erblickt werden.
Nach dieser Stärkung folgte ein kurzer, aber extrem steiler Abstieg auf einem befahrbaren Alpsträsschen. Nicht viele werden hier wohl mit ihren eigenen Autos hinauf, geschweige den hinunter fahren ... Auf dem Mittelbergpass erwartete uns ein weiteres Mal unser Taxidienst Niklaus aus Jaun, welcher für einige eine kurze Entspannung auf dem Weg hinauf zur Hinteri Schneit bedeutete. Dort hiess es nun Abschied nehmen, ein letztes Gruppenfoto, die Rucksäcke aufnehmen und die letzte Etappe unserer Wanderung in Angriff zu nehmen. Für diesen Höhenweg öffnete sich der Himmel und die ersten Sonnenstrahlen des Tages erhellten unseren Weg hinauf zum Rellerli.
Das Rellerli zeigte sich von seiner schönsten Seite, herrliches Bergpanorama, Sonnenschein, viel Gastfreundschaft, aber der Blick auf die Gastlosen blieb uns auch von hier nicht vergönnt. Nach einer Dusche, einem Willkommensdrink, erwartete uns das Nachtessen und noch einige Stunden Gemeinsamkeit auf diesem wunderbaren Platz, der, so pfeifen es die Spatzen von den Dächern, wohl am Ende dieser Saison definitiv geschlossen werden soll...
Der nächste Morgen brachte viel Sonnenschein, eine angenehme Wärme und erstaunlicherweise noch immer keinen Sichtkontakt mit den Gastlosen ... Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Spiegelei ging es hinunter in die Bahnstation, wo uns die Trottinet's mit ihrem überdimensionalen Reifen und den noch eindrücklicheren Scheibenbremsen erwarteten. Die Fahrt hinunter nach Schönried, eines der neun Chaletdörfer rund um Gstaad verlief rasant, mit kaum "nennenswerten" Zwischenfällen. Der kurze Spaziergang vorbei am Denkmal von Mike von Grünigen liess uns alle nochmals an längst vergangene Skizeiten erinnern und schon setzten wir uns in die Goldenpass-Schmalspurzug-Komposition, welche uns über Château d'Oex nach Gruyères brachte.
Der Spaziergang vom Bahnhof hinauf zum Schloss Greyerz, das ausgezeichnete Mittagessen im Café-Restaurant des Remparts, unser kleines Platzkonzert, all dies bereitete uns auf den Besuch des Museum HR Giger vor. Unsere Führung durch das Museum von HR Giger brachte uns näher an seine einzigartige Kunst und sein Verständnis vom Leben... Ein kühles Bier, ein Glace und der abschliessende Spaziergang entlang der Saane brachte uns zum Bahnhof von Broc, wo unsere 2-tägige Rundreise schliesslich enden sollte. Pünktlich profitierten wir von der schweizerischen Eisenbahn, welche uns wieder nach Zeglingen brachte.

Unsere beiden Organisatoren Dieter und Remo konnten uns zwar den Blick auf die Gastlosen nicht bieten, doch die Reise zwischen den Kantonen Freiburg, Waadt und Bern war eine wunderbare Gelegenheit einen weiteren Teil der Schweiz kennen zu lernen. Beide bewiesen nicht nur in der Vorbereitung, sondern vor allem bei der Durchführung grosses Organisationstalent. Herzlichen Dank!

  • Fotos: Jürg
  • Bericht verfasst: Jürg

FOTOALBUM

Hier nun die Bildreportage zum verfassten Bericht ...