Turnfahrt Wallis - Baltschiedertal - Ausserberg - Undra Suone - Lafnetscha - Heida

  • Organisator: René und Richi
  • Datum: 3. + 4. September 2017
 

Unsere beiden Reiseführer organisierten eine Reise in den französischen Süden, das Wallis. Eine Reise mit einigen Überraschungen und entgegen dem angekündigten Wetterbericht, mit viel Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen ...


UnDRA SUONE,
BALTSCHEIDERTAL

Früh am Morgen startete die Reise in Zeglingen über Olten und Bern, direkt durch den Lötschbergtunnel nach Ausserberg, weit oberhalb von Visp. Noch ein wenig kühl und auch mit einer recht frischen Brise werden wir im Wallis empfangen. Doch dies hindert niemanden, sich auf der Hotel-Terasse zum Apéro bequem zu machen und das wohlverdiente Bier oder den ersten Schluck Weisswein zu geniessen.
Im Gegensatz zu anderen Turnfahrten hätten die Männer ohne weiteres ihren Rucksack beim Hotel stehen lassen können, doch dies entsprach nicht der "mentalen Einstellung". Und so kam es, dass viele ihren Rucksack beinahe leer am Rücken trugen. Bereits nach wenigen Schritten drückte jedoch die Sonne durch das Wolkenmeer und sofort konnten die Jacken oder Pullover darin verstaut werden.
Der Aufstieg führte uns unter einem Wasser verlierenden Hellikopter, vorbei an einer Herde vom Walliser-Bauern unter dem Kinn gekraulten Langhorn-Kühen zu einem der Suonen-Stollen. Ein dunkler Einstieg verschluckte schon bald die ganze Männerriege. Rund 20 Minuten sollte der Marsch durch diesen Tunnel dauern. Wäre da nicht mitten im Stollen einer der wenigen prall gefüllten Rucksäcke geöffnet worden, hätten wir dies auch ohne Probleme bewerkstelligt. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und so herrschte in dieser kühlen engen Röhre plötzlich emsiges Tun. Brot, Käse und Trockenfleisch, alles Produkte aus der Region wurden aufgeschnitten und fein säuberlich auf kleinen Brettchen aufgeschichtet und zum Verzehr weitergereicht. Nicht ohne dabei die kleinen Becher mit Tranksamen zu verteilen und mit mehreren Prost's begleitet zu leeren. Ein Leckerbissen; Besten Dank!
Schliesslich, nachdem dieser Apéro mit einem "unheimlichen" Gruppenfoto abgeschlossen wurde, ging die Wanderung im Taschenlampenlicht weiter Richtung Ausgang ... Wieder an der Sonne, machten wir uns auf den Weg zur eigentlichen "Undra Suone". Diese rund 3 Kilometer lange Wasserleitung zählt zu den ältesten Wasserleitungen von Ausserberg. Bis 1939 gleichzeitig als Trinkwasserquelle, Wäschewaschen-Wasser, Antrieb einer Säge und dreier Mühlen genutzt, dient diese sorgfältig gepflegte Wasserleitung heute den festinstallierten Bewässerungs- und Beregnungsanlagen.
Die Wanderung entlang dieses Wasserverlaufes aus dem Baltschiedertal zurück nach Ausserberg zeigte uns die grossartige Baukunst jener Männer aus vergangenen Zeiten, die ohne Satellitenortung und Lasermessgeräten dem Bach ein neues Bett gaben, welches nie austrocknete, wohl immer mit gleich viel Wasserkraft gefüllt, die Ortschaft am Leben erhielt. Nicht ganz einzigartig auf der Welt, aber dennoch mehr als bewundernswert und daher eben auch UNESCO-Weltkulturgut!

Simone und Raoul
Lafnetscha-Weinberg

Wieder zurück in Ausserberg konnten nun die Rucksäcke deponiert werden und ein kurzer Spaziergang führte uns in den Rebberg mit der seltenen Lafnetscha-Traube von Simone und Raoul. Im eigens für den folgenden Anlass aufgebauten Sonnenplatz erwartete uns ein reichhaltiger Apéro und das eigentliche Mittagessen, Raclette im Weinberg. Eine weitere Delikatesse dieses Tages, die uns Männern so richtig Freude bereitete ... Zu erwähnen wäre sicher der starke Wind, der an diesem Nachmittag durchs Wallis bliess, doch eben dieser sorgte dafür, dass das Wetter von Minute zu Minute besser wurde und die überaus freundlche Gastlichkeit sorgte nebst dem ausgezeichneten Käse für viel innere Wärme... Schliesslich führte der Weg wieder zurück nach Ausserberg, für die einen im Privatauto der Gastgeber, für einen mit einer sehr kurzen Busfahrt auf Handzeichen, für einige wenige in einem Eilmarsch, für die meisten jedoch als gemütliche Wanderung zur Unterkunft und an die gedeckten Tische zum Nachtessen.

Der kommende Morgen, nach einer ruhigen und erholsamen Nacht, brachte die Männer an den Frühstückstisch, um sich für den Tag zu stärken. Zuerst das Gruppenfoto und der Tag begann mit dem Abstieg in Richtung Visp. Vorbei am alle 10 Jahre stattfindenden Dorftheater von Baltschieder zur Postautostation von Visp. Ein kurzer Apéro am Bahnhof und schon startet das Postauto nach Heida. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, eine wunderbare Bergkulisse und der Heida, welcher auf uns wartet!
Im gleichnamigen Restaurant, welches als Sieger einer der Folgen von "Mini Beiz ..." hervorging, erwartete uns der Original-Heida-Apéro. Von der Sonne und derer Wärme verwöhnt geniessen wir die Kühle des Weissweines, später die Fleischplatte aus lokalen Quellen, ein kühles Eis und ein heisser Kaffee zum Abschluss. Und was machen Männer, die noch rund 1 1/2 Stunden Zeit haben, bevor der Bus wieder ins Tal fährt, ganz einfach, sie suchen sich den Weg hinauf auf die Alp GIW ins Bergrestaurant. Schnell per Sessellift hinauf, ein kühles Bier und gleich schnell wieder zurück zur Postautohaltestelle ... In Visp angekommen, bleibt nochmals ein wenig Zeit für ein letztes Walliser Bier, bevor der Zug uns wieder zurück in Richtung Zeglingen aufnimmt.

Unsere beiden Organisatoren René und Richi haben uns das Wallis von seiner besten Seite vorgestellt und wir durften ein Mal mehr unvergessliche Momente in den Schweizer Bergen verbringen. Herzlichen Dank!

  • Fotos: Jürg
  • Bericht verfasst: Jürg

FOTOALBUM

Hier nun die Bildreportage zum verfassten Bericht ...