Turnfahrt Col du Marchairuz - Crêt de la Neuve - Buvette La Perroudaz - La Fruitière de Nyon - St-Cergue - Nyon

  • Organisator: Juerg Gutzwiller
  • Datum: 5. + 6. September 2020
 

Alles begann mit der DOODLE-Anmeldung zur diesjährigen Turnfahrt. 1. Tag [wunderschöne Jura-Wanderung ca. 4 1/2 - 5 Stunden, Verpflegung Samstag aus dem Rucksack] ...

Und schon herrschte grosse Verwunderung. Glücklicherweise änderte sich dieser Passus noch bis zum Tag der Abreise.

Während des Rekognoszieren mit seinen beiden Söhnen, entdeckte der Reiseleiter nicht nur einen viel angenehmeren Weg für die Wanderung, nein auch jede Menge Zwischenhalte mit organisierten Verpflegungen sollten Bestandteil der anspruchsvollen Wanderung werden.

Am Samstag morgen trafen sich die Männer in Zeglingen und fuhren gemeinsam via Tecknau nach Olten. Dort stiess auch der Reiseleiter zur Gruppe und als auch jene, welche die Zugspitze nähe des Belchentunnels suchten, auch am anderen Zugsende eintrafen, fuhr der Zug ein und wir stiegen ein. Neu in diesem Jahr war die Maskentragepflicht im öffentlichen Verkehr. Jammern oder lamentieren hin oder her, die Maske wurde bereitwillig aufgesetzt und die Reise begann in Richtung Waadtland. Noch vor Bern konnte die Maske ein erstes Mal abgesetzt werden, denn der erste Apéro wurde im Zug serviert. Kugelhopf und ein Waadtländer Salamander standen auf dem Programm. Ein wahrer Genuss in den frühen Morgenstunden!

Nach dem Umsteigen in Lausanne, der kurzen Weiterfahrt nach Allaman, natürlich wieder geschützt durch die Corona-Schutzmaske, ging es direkt aus dem Bahnhof ins Restaurant Pizzeria de la Gare d'Allaman. Der Reiseleiter hatte hier in weiser Voraussicht das erste kühle Bier vorreserviert. Und so wurde die kurze Wartezeit bis zur Weiterfahrt mit dem Bus "optimal" und vor allem "sinnvoll" genutzt. Die 20 minütige Pause reichte sogar einigen, sich mit selbstgemixten Sportler-Aufputsch-Getränken auf die bevorstehende Wanderung vorzubereiten ...

Die anschliessende Fahrt von Allaman über St-George hinauf auf den Col du Marchairuz liess uns die ersten phantastischen Einblicke in diese faszinierende Juralandschaft erhaschen. Mittlerweile zeigte sich die Sonne am Himmel, die Temperaturen stiegen an und alle freuten sich auf die Ankunft auf der Passhöhe. Der Col du Marchairuz zählt zu einem der wenigen Jura-Passübergänge, die das ganze Jahr geöffnet bleiben. Auf der Passhöhe erwartete uns bereits eine Flut von Turisten, Hobby-Töfffahrern, Lamborghini-Protzern, Hunde-Spaziergängern und natürlich 17 Männer der Männerriege Zeglingen, die sich auf den Passhöhen-Apéro freuten.

Im strahlenden Sonnenschein wurden wir vom Personal mit lieblich dekorierten Waadtländer Käse- und Trockenfleisch-Spezialitäten und einem ausgezeichneten Waadtländer Sauvignon gris in blauen Flaschen verwöhnt. Wir hätten wohl ewig sitzen bleiben können und die unmittelbare Schönheit der Landschaft betrachten können, doch der Reiseleiter drängte zum Aufbruch. Ein erstes Gruppenfoto und die Wanderung startete auf den Jurahöhen, zwischen den kargen Wäldern, den aufwendig aufgestapelten Mauern und eingebettet in der grünen Weidelandschaft.

Nach einstündiger Wanderung erreichten wir die Weggabel "La Neuve" und von dort startete der kurze Anstieg hinauf zur Grêt de la Neuve, zum Gipfel-Apéro, wo uns Giselle, begleitet von Lindt Lemon with a touch of Ginger, bereits sehnsüchtig erwartete ...

Es war nur ein kurzer Augenblick der Pause, dennoch genügend, um das eindrückliche Panorama geniessen zu können, ein Gruppenfoto zu erstellen und sich mental für das Mittagessen vorzubereiten. Es folgte der Abstieg hinunter zur Buvette La Perroudaz.

Buvette
La Perroudaz

Mit einem grossen Lächeln wurden die Männer vom Team von Ariane herzlichst begrüsst. Der grosse Tisch bereits gedeckt, die Sonne am höchsten Punkt und die Männer bereits wieder hungrig...

Rasch wurde ein erstes Bier aufgetischt, ein zweites folgte schon kurze Zeit darauf und schon standen die Waadtländer-Apéro-Plättli zwischen den Gläsern und Flaschen. Planmässig sollte dieser Halt zwar der Mittagshalt sein, doch angesichts der noch zu bewältigenden Wanderroute, sollte dieser eher kurz als ausgedehnt ausfallen. Aber eben, erstens kommt es anders und zweitens als Man(n) denkt. So wurden die ersten Raclette-Portionen serviert. Aufmerksame Beobachter stellten fest, dass auf allen Tellern unterschiedliche Nummern im Porzellan verewigt waren, deren Sinn erst mit dem zweiten Service wichtig wurden, denn jeder Besucher erhält nur einen einzigen Teller und das Personal bringt die Teller wieder dem selben Besitzer zurück, wenn denn dieser seine Nummer noch kennt und nicht ein anderer sich lauthals dafür stark macht ...

Und so verging die Zeit wie im Fluge und als schliesslich auch noch ein "eau-de-vie" GENTIANE (Enzian) serviert wurde, war es höchste Zeit, sich auf den Weg zu begeben.

Das nächste Ziel, die Buvette Des Pralets, etwas mehr als 1 1/2 Stunden entfernt erwartete uns für den Dessert-Apéro-Halt. Frisch gebackene Wähen, ein kühles Bier, für einige einen Kaffee und für mehrere der Wanderer bereits nur noch ein Cola liess aufhorchen!

Nach diesem Halt, kurz geplant und auch kurz ausgeführt, erreichten wir nach 45 Minuten die Buvette Le Vermeilley. Diese musste aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen leider vorzeitig die Saison abschliessen und wir mussten an dieser Verpflegungsmöglichkeit ohne weitere Pause vorbeiziehen.

Und noch immer stand die Sonne hoch am Himmel, die Temperaturen waren angenehm und die Landschaft verwöhnte uns mit einer Vielfalt von Farben und Lichtspielen. Die kilometerlangen Jurastein-Mauern, liessen uns immer wieder innehalten und das Werk der Erbauer bewundern.

Kurz vor unserem letzten Halt, dem Mont-Blanc-Apéro passierten wir die Cabane Rochefort, welche von der eigenen Terrasse ein atemberaubendes Panorama auf die Alpen bot. Da unser eigentliches Ziel nur noch wenige Minuten entfernt lag und unser Zeitplan schon einige Minuten in Verzögerung geraten war, zogen wir an dieser "Gelegenheit" vorbei und steuerten direkt zum Châlet d'Alpage Les Fruitières de Nyon zu.

Châlet d'Alpage
Les Fruitières de Nyon

Belohnt wurden wir einerseits mit dem spektakulären Alpenpanorma und andererseits mit einer vom Käser frisch zubereiteten Käseauswahl aus eigener Produktion und natürlich einem Waadtländer Weisswein vom Produzenten La Diligence Z.

Nach diesem letzten Apéro folgte der 40 minütige Abstieg hinunter nach St-Cergue direkt zum Hotel de la Poste. Alle freuten sich auf das bevorstehende Abendprogramm. Kurze Information zum Zimmerbezug und dem Sicherheitskonzept, anschliessend duschen, umziehen und im grosszügigen Restaurant am langen Tisch Platz nehmen. Tischdekoration liebevoll vorbereitet, Service sehr zuvorkommend und als alle Platz gefunden hatten, startete das ausgezeichnete Essen. Ein Salatteller zur Eröffnung, gefolgt vom Fondue Bourgignonne und als krönender Abschluss eine Crème Brulée fait maison! Die frisch zubereiteten Saucen, das herzhafte Fleisch als lokaler Produktion und der gewählte Barolo-Wein dankten für die Strapazen des Tages. Die Wanderzeit von sechs Stunden und seit den frühen Morgenstunden auf, liess schliesslich die Ersten knapp vor Mitternacht auf Horchstation gehen. Der Absacker beendete schliesslich diesen einzigartigen Tag und die Nacht brachte Ruhe und Erholung ...

Der zweite Tag startete mit dem Frühstück und natürlich fehlte auch nicht der Käse von der Alpage

Packen, ein kurzer Spaziergang zum Bahnhof von St-Cergue und schon startete die Panoramafahrt mit der Chemin de fer Nyon - St-Cergue - La Cure (NStCM) hinunter nach Nyon am Ufer des Genfersee.

Einige Erklärungen des Reiseleiters zum Tagesprogramm und nach wenigen Minuten "endlich" das erste Bier in den Arkaden eines der alten Gebäude im Zentrum von Nyon. Danach hinunter an das Ufer des Genfersee's, ein kurzer Spaziergang und bereits wurden wir bei Chez Mon Oncle zu den berühmten Malakoffs de Luins, einer lokalen Waadtländer Spezialität erwartet.

Nach dieser herzhaften Käsespezialität mussten die vollen Bäuche der Männer nur gerade aufstehen, das Restaurant verlassen und gleich nebenan in der Gelateria Venezia für das italienische Gelati am grossen Büffet anstehen ...

So genossen wir die letzten Sonnenstrahlen von Nyon mit einem herrlichen Glace-Cornet in der Hand und marschierten anschliessend zum Schloss von Nyon, wo uns im Keller "Caveau de Nyon" der Gastgeber zu einer Waadtländer Weindegustation erwartete. Wie immer schmeckte der eine Wein den Einen besser als der Andere den Anderen, doch die Ambience in den Kellergewölben des Château de Nyon bewirtet zu werden, war eindrücklich. Nach diesem kulinarischen Ausflug in die Waadtländer Weinvielfalt machte sich die Reisegruppe auf, den Bahnhof von Nyon zu erreichen, nicht ohne dabei noch die eine oder andere wirtschaftliche Aufgabe zu erledigen.

Die meisten freuten sich, als der Zug einfuhr, wir uns in das Abteil setzen konnten und der Reiseführer auch für eine kleine Zwischenverpflegung, quasi als Nachtessen-Ersatz besorgt war. Ein Grund natürlich, die Maske für einige Momente abzuziehen, bevor diese uns wieder für den Rest der Reise zurück ins Baselbiet begleitete.

Während der Heimfahrt nutzen bereits die ersten Teilnehmer die Gelegenheit, dem Organisator und Reiseleiter für diesen anspruchsvollen und herzlichen Ausflug ins Waadtland zu danken. Besten Dank!

  • Fotos: Jürg
  • Bericht verfasst: Jürg

FOTOALBUM

Hier nun die Bildreportage zum verfassten Bericht ...